Artimino

Artimino ist eine interessante Wahl für Sie, wenn Sie auf Ihrer Toskana-Reise Kulturgeschichte, einen mittelalterlich geprägten Ort und Wein miteinander verbinden möchten. Die Themen reichen von etruskischen Gräbern über eine romanische Pieve bis zu einer Medici-Villa mit außergewöhnlicher Dachgestaltung. So können Sie unterschiedliche Interessen in einem kulturell geprägten Aufenthalt zusammenführen, ohne den Ort auf ein einziges Erlebnis zu reduzieren.

Ein mittelalterlicher Borgo und seine Kulturgeschichte

Der Borgo di Artimino bewahrt seinen intakten mittelalterlichen Grundriss. Ein antiker Uhrturm markiert den Eingang zum Borgo und macht bereits beim Ankommen die historische Struktur des Ortes sichtbar. Für einen Rundgang ist besonders interessant, dass hier nicht nur ein einzelnes Baudenkmal im Mittelpunkt steht, sondern mehrere Zeitschichten nebeneinander erkennbar werden. Die Pieve di San Leonardo bietet dafür einen besonders frühen Bezugspunkt. Ihr ursprünglicher romanischer Grundriss stammt wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts; die Kirche liegt auf 230 Metern über dem Meeresspiegel. In ihrem Inneren befindet sich außerdem eine polychrome Terrakotta-Gruppe der Heimsuchung aus der Robbianischen Schule. Die Kombination aus dem wahrscheinlich mittelalterlichen Grundriss und diesem Kunstwerk macht die Pieve zu einem eigenständigen kulturellen Programmpunkt. Noch weiter zurück führt die etruskische Nekropole von Prato Rosello. Sie ist durch Gräber in Tumulusform gekennzeichnet und stammt aus dem späten 8. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. Der Begriff beschreibt hier die besondere Grabform; entscheidend für die zeitliche Einordnung ist der große Abstand zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Ortsgeschichte. Wer sich für die frühen Kulturen der Toskana interessiert, findet damit einen deutlich anderen Schwerpunkt als in der Pieve oder im Borgo.

Die Villa Medicea La Ferdinanda

Ein weiterer markanter Aspekt ist die Villa Medicea La Ferdinanda, die auch als „Villa dei cento camini“ bekannt ist. Ihren Beinamen verdankt sie dem Dach mit zahlreichen Schornsteinen, von denen jeder anders gestaltet ist. Die Villa wurde von Ferdinando I. als Aufenthaltsort für ihn und seine Gäste während der Jagdzeiten in Auftrag gegeben. Den Entwurf vertraute er dem Hofarchitekten Bernardo Buontalenti an; das Gebäude wurde von 1596 bis 1600 fertiggestellt. Im Juni 2013 wurde die Villa als UNESCO-Welterbestätte anerkannt.

Museumsbesuch und Wein

Das Museo Archeologico di Artimino nennt saisonale Besuchszeiten. Vom 1. März bis 31. Oktober ist es montags, dienstags, donnerstags und freitags von 09:30 bis 13:30 Uhr geöffnet; samstags und sonntags gelten zusätzlich 15:00 bis 18:00 Uhr. Vom 1. November bis 28. Februar nennt das Museum samstags und sonntags 09:30 bis 13:30 Uhr sowie 14:00 bis 16:00 Uhr. Für Gruppen ab 15 Personen sind Öffnungen auf Anfrage möglich. Zur Museumsgeschichte gehört außerdem, dass der neue Sitz am 26. März 2011 in den ehemaligen Weinkellerräumen der Fattoria di Artimino im Borgo di Artimino eröffnet wurde. Auch Wein gehört zum örtlichen Angebot: In Artimino werden geführte Weinverkostungen der eigenen Weine nach vorheriger Reservierung angeboten. Damit lässt sich der kulturelle Schwerpunkt um einen kulinarischen Termin ergänzen, sofern Sie diesen vorab reservieren. Weitere Ziele im Überblick: Vernio, Fornacelle, Carmignano, Colle, Poggio A Caiano, Montemurlo, Prato, Vaiano.
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