Scarlino: Burg, Feuchtgebiet und Bergbaugeschichte
Scarlino verbindet mehrere klar unterscheidbare Seiten: eine mittelalterlich geprägte Ortsgeschichte, ein begehbares Feuchtgebiet, besondere Wege an der Küste und die Spuren des früheren Bergbaus. Für Sie entsteht daraus kein einheitliches Besichtigungsprogramm, sondern eine Auswahl verschiedener Urlaubstage – von Kultur und Archäologie bis zu Spaziergängen und einer Route mit industriellem Erbe.
Burg, Stadtmauer und Ortsgeschichte
Die Rocca Pisana ist die restaurierte Ruine der Burg der Aldobrandeschi und liegt über Scarlino. Unterhalb der Rocca Pisana wurde ab dem 11. Jahrhundert die Stadtmauer errichtet. Auch die Tore erzählen von unterschiedlichen Epochen des Ortes: Es gibt die Porta a mare beziehungsweise Porta pisana sowie die Porta della fonte beziehungsweise Porta senese. Ein weiteres Tor wurde im 19. Jahrhundert auf Veranlassung von Elisa Baciocchi geöffnet und verband den Ort mit dem Puntone. Dieses Tor ist heute nicht mehr erhalten. Zur historischen Orientierung gehört außerdem die Kirche San Martino. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet, 1759 im neoromanischen Stil wiederaufgebaut und Mitte des 20. Jahrhunderts erweitert. Im Riccardo Francovich Territory Documentation Center reichen die archäologischen Funde zeitlich von der Bronzezeit bis zum 17. Jahrhundert. Der Hügel der Rocca di Scarlino wird dadurch nicht nur über seine sichtbaren Bauwerke verständlich, sondern auch über die lange Abfolge menschlicher Nutzung, die diese Sammlung dokumentiert.Feuchtgebiet und Wege an der Küste
Das Padule di Scarlino bietet eine andere Form der Erkundung. Stege und ausgebaute Wege ermöglichen eigenständige Spaziergänge durch das Feuchtgebiet. Die formale Anerkennung des Padule di Scarlino als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung im Rahmen der Ramsar-Liste wurde im Januar 2026 abgeschlossen. Damit steht neben den historischen Themen ein Landschaftsraum im Mittelpunkt, den Sie auf eigenen Wegen und ohne geführte Besichtigung kennenlernen können. Cala Martina erreicht man hauptsächlich über das Meer oder zu Fuß beziehungsweise mit dem Fahrrad über die Via delle Costiere.Terra Rossa und die Geschichte des Bergbaus
Terra Rossa bewahrt die Erzlagersilos, die Verladegalerie und die Industrieflächen des ehemaligen Bergbau-Terminals. Die Geschichte dieses Ortes reicht in die Zeit zurück, in der von 1911 bis 1968 Bergbau-Seilbahnen das aus den Minen gewonnene Pyrit zum Hafenterminal von Terra Rossa transportierten. Dort wurde es in die Laderäume von Handelsschiffen verladen. Die erhaltenen Anlagen machen damit nicht nur einzelne Gebäude sichtbar, sondern verweisen auf eine frühere Verbindung zwischen Mine, Transport und Hafen. Für die Orientierung ist auch die kurze Route von Portiglioni–Puntone nach Terra Rossa konkret beschrieben. Sie führt zunächst über die Uferstraße Lungomare Giuseppe Garibaldi und anschließend, nach etwa 300 Metern, über eine unbefestigte Straße. Die ungefähre Angabe und der Wechsel des Straßenbelags gehören zur Route selbst und helfen Ihnen, diesen historischen Ort räumlich anders einzuordnen als die Wege durch das Feuchtgebiet oder den Ortskern. Für die weitere Suche können Sie außerdem [Puntone](Puntone), [Scarlino Scalo](Scarlino Scalo) und [Il Casone](Il Casone) aufrufen.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Grosseto.
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