Faltona: Pieve, Geschichte und historische Wege
Unterkünfte in Faltona
Faltona verbindet Sakralgeschichte, historische Verkehrswege und archäologische Spuren in einer ungewöhnlich konkreten Ortsgeschichte. Im Mittelpunkt steht der Pieve di Santa Felicita a Faltona, der seit 1016 unter dem Ortsnamen Larciano dokumentiert ist. Wer Faltona besucht, kann dadurch nicht nur einen einzelnen Bau betrachten, sondern mehrere Zeitschichten an einem Ort nachvollziehen.
Der Pieve di Santa Felicita und seine Kunstwerke
Im Jahr 1305 bestand am Pieve di Santa Felicita eine Gemeinschaft von Kanonikern. Zu ihr gehörte unter anderem Neri, der Bruder des Sant'Andrea Corsini. An der linken Seite der Fassade befindet sich das Oratorio della Compagnia della SS. Annunziata, das 1730 errichtet oder umgebaut wurde. Diese Jahresangabe bewahrt dabei die historische Unsicherheit: Es ist nicht eindeutig überliefert, ob der Bau damals neu errichtet oder grundlegend verändert wurde. Auch die Kapellen erzählen unterschiedliche Kapitel. In der rechten Kapelle der SS. Annunziata befand sich ein Glasfenster mit der Darstellung der Santa Felicita und ihrer sieben Kinder; es befindet sich heute nicht mehr vor Ort. In der Rosenkranzkapelle des Pieve di Santa Felicita a Larciano in Faltona befinden sich dagegen Keramiken. Dem Pieve di Santa Felicita ist außerdem ein hoher Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert angegliedert. Ein weiteres Kunstwerk bewahrt das Museo d'Arte Sacra Beato Angelico in der Umgebung von Faltona: ein Glasfenster aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, das ursprünglich am Fenster der Apsiszone des Pieve di Faltona angebracht war. Für Sie ergibt sich damit ein sinnvoller kultureller Vergleich zwischen dem sakralen Ort selbst und einem Exponat, dessen ursprünglicher Zusammenhang nachvollziehbar bleibt.Historische Wege durch das Faltona-Tal
Die Geschichte Faltonas reicht über die Kirchengeschichte hinaus. Das Tal des Torrente Faltona wurde bereits in der republikanischen Römerzeit von einer Straße durchquert, die Faventia, das heutige Faenza, mit Florentia und Faesulae verband. Die Via Faentina führt auf ihrem Abstieg in Richtung Mugello durch Faltona und berührt dort den romanischen Pieve di Santa Felicita. Historische Route und Sakralbau stehen hier deshalb in einer ausdrücklich überlieferten Verbindung. Auch für eine sportlichere Erkundung ist eine konkrete Linienführung dokumentiert: Die Radroutenbeschreibung „Vetta Le Croci (Olmo)“ führt von Serravalle weiter nach Faltona und anschließend nach Polcanto.Archäologische Spuren und Faltonas Landschaft
In La Ruzza im Faltona-Tal wurde bereits 1929 der Fund neolithischen Materials gemeldet. Zusätzlich gehört ein Gebiet in der Ortschaft Faltona der Gemeinde Borgo San Lorenzo gemäß Artikel 142 Buchstabe m des Gesetzesdekrets 42/2004 zu den archäologischen Interessengebieten Italiens. Diese Hinweise geben dem Ort neben Pieve, Kapellen und historischen Straßen auch eine deutlich ältere zeitliche Dimension. Faltona eignet sich damit besonders für Besucher, die einen Aufenthalt nicht nur über ein einzelnes Ausflugsziel definieren möchten. Kirchenbau, Kunstwerke, römische Verkehrsgeschichte, Radroute und archäologische Zeugnisse setzen unterschiedliche Schwerpunkte und lassen sich zu einer kulturell geprägten Ortsbesichtigung verbinden.Weitere Orte entdecken
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