Borgo San Lorenzo – Villa Pecori Giraldi und historische Spuren
Unterkünfte in Borgo San Lorenzo
Wer in Borgo San Lorenzo Kunst, Architektur und Stadtgeschichte verbinden möchte, findet dafür mehrere klar unterscheidbare Anknüpfungspunkte. Besonders prägend ist die Verbindung zwischen dem Chini Museo, der Villa Pecori Giraldi und den historischen Sakral- und Bauwerken des Ortes. So lässt sich der Aufenthalt kulturell abwechslungsreich gestalten, ohne die einzelnen Themen zu vermischen.
Chini Museo und Villa Pecori Giraldi
Das Chini Museo wurde 1999 eröffnet und ist ein Museum von regionaler Bedeutung. Sein Rundgang führt durch die Innenräume der Villa Pecori Giraldi. Damit steht nicht nur die Sammlung im Mittelpunkt, sondern auch das Gebäude selbst. Die Villa liegt in einem jahrhundertealten Park, während ihre Innenräume von Mitgliedern der Familie Chini mit geometrischen und floralen Motiven sowie Malereien im neomittelalterlichen Stil ausgemalt wurden. Ein besonders konkretes Detail erwartet Sie im repräsentativen Saal: Dort befindet sich ein von Galileo Chini geschaffener Dekorationszyklus mit dem heiligen Georg und dem Drachen aus dem Jahr 1902. Die Villa verbindet dadurch Raumgestaltung, Malerei und Familiengeschichte in einem einzigen Besuchsschwerpunkt. Auch die lokale Keramikgeschichte ist mit den Chini verbunden. Galileo und Chino Chini gründeten 1906 die Manufaktur Fornaci San Lorenzo in Borgo San Lorenzo. Die zeitliche Folge reicht vom Dekorationszyklus von 1902 über die Gründung der Manufaktur 1906 bis zur Museumseröffnung 1999 und verbindet damit drei Stationen der Chini-Geschichte.Sakrale Bauwerke und mittelalterliche Spuren
Die Pieve di San Lorenzo wurde im Jahr 941 erbaut. Zu ihren auffälligen Baumerkmalen gehört ein unregelmäßig sechseckiger Glockenturm aus Ziegeln, der direkt über der Apsis errichtet wurde. Die Kirche San Francesco besitzt dagegen ein weitläufiges Kirchenschiff im gotischen Stil. Beide Bauwerke setzen unterschiedliche architektonische Akzente und ergänzen den kunstbezogenen Besuch der Villa. Weitere historische Schichten zeigen sich am Palazzo del Podestà, der aus dem 14. Jahrhundert stammt, sowie am Oratorio del Santissimo Crocifisso dei Miracoli aus dem 18. Jahrhundert. In der Via S. Martino sind wenige Spuren der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Ein konkreter Orientierungspunkt ist außerdem das Tor am Ende der Malacoda an der Via Mazzini: Es heißt Porta Fiorentina.Geschichte des Mugello im Centro per la storia
Wenn Sie neben Kunst und Baugeschichte auch die jüngere Vergangenheit berücksichtigen möchten, bietet das Centro per la storia mugellana nell'età contemporanea e nella Resistenza einen eigenen Schwerpunkt. Das Zentrum ist seit 2004 aktiv und bewahrt umfangreiche historische und bildliche Dokumentation zu den Kriegsgeschehnissen im Mugello. Dadurch erhält die Ortsgeschichte eine zusätzliche dokumentarische Perspektive, die sich von den älteren Kirchen, Palästen und Stadtmauerresten unterscheidet. Für die weitere Orientierung können Sie auch Grezzano, Faltona, Gricignano, Luco Mugello, Sagginale und Ronta entdecken.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Florenz.
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