Isola del Giglio – Inselnatur, Strände und Geschichte
Isola del Giglio verbindet eine markante Gebirgslandschaft mit Stränden in Buchten, historischen Orten und klaren Gewässern. Eine Gebirgskette zieht sich von Nordwesten nach Südosten über die Insel; mit 496 Metern über dem Meeresspiegel ist der Poggio della Pagana ihr höchster Punkt. Der südwestliche Teil liegt im Parco Nazionale Arcipelago Toscano. Damit bietet die Insel unterschiedliche Schwerpunkte für Ihren Aufenthalt: Sie können Küsten- und Meereserlebnisse mit Wanderungen, Kultur und regionalen Traditionen verbinden.
Granit, Macchia und die Küste von Campese
Isola del Giglio besteht fast vollständig aus Granit. Eine geologische Ausnahme bildet das kleine Promontorio del Franco mit sedimentären und metamorphen Gesteinen. Auch die Vegetation erzählt von der Geschichte der Insel: Mediterrane Macchia bedeckt zunehmend die Terrassen, die früher als Weinberge bewirtschaftet wurden. Während ihres langen Zugs nutzen Zugvögel Isola del Giglio als Rast- und Nahrungsplatz. Mehr als 700 Pflanzen- und Blumenarten prägen die Insel; zu den ansässigen Vogelarten gehört die seltene Korallenmöwe, die zugleich das Symbol des Parks ist. Der größte Strand der Insel ist Campese. Sein rötlicher Sand liegt zwischen einem markanten Felsturm im Süden und einem Medici-Turm im Norden. Der Strand ist mit dem Bus und mit Taxi-Booten erreichbar. Für einen weiteren Blick auf die Küste ist der Faro di Capel Rosso derzeit kein Ziel für einen Besuch: Der Leuchtturm ist für die Öffentlichkeit geschlossen, und das umliegende Gebiet ist abgesperrt. Die unterschiedlichen Zugänge und Einschränkungen sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Tagesziele berücksichtigen.Historische Orte und geologische Einblicke
Giglio Castello ist ein mittelalterliches Dorf auf der Insel, das von Mauern umgeben ist. Die Rocca Pisana bildet den höchsten Punkt des Ortes; aus ihrem Inneren reicht der 360-Grad-Blick über das Meer und die tyrrhenische Küste. In der Chiesa di San Pietro Apostolo werden unter anderem Reliquiare der Päpste Urban I. und Urban VIII., sakrale Ausstattungsstücke von Papst Innozenz XIII. sowie ein Elfenbeinkruzifix aus dem 16. Jahrhundert, das Giambologna zugeschrieben wird, bewahrt. Auch an der Küste finden sich historische Spuren. An der Caletta del Saraceno sind die Mauern der Cetaria zur Muränenzucht und Teile der römischen Villa der Domitii Enobarbi aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. sichtbar. Die Torre del Saraceno wurde 1596 auf Veranlassung Ferdinands I. von Toscana errichtet, um Fischerfamilien zur Rückkehr auf die Insel zu bewegen. Das Museo della Mineralogia e della Geologia zeigt Ausstellungsbereiche zur Entstehung der Insel, zu ihrer geologischen und mineralogischen Beschaffenheit sowie zum Abbau von Eisen und Granit. Das Museo Mineralogico ist derzeit nicht besuchbar, weil es am endgültigen Standort in der Rocca Pisana in Giglio Castello eingerichtet wird. Wenn Sie sich für die Inselquerung interessieren, wird der Sentiero 1 genutzt; früher diente er als Verbindung zwischen den beiden Orten.Meer, Wege und Inselkultur
Die klaren Gewässer und artenreichen Meeresböden eignen sich zum Schnorcheln und bieten Möglichkeiten zum Tauchen. Zu den dokumentierten Unterwasserlebensräumen gehören Seegraswiesen aus Posidonia, rote und gelbe Gorgonien, blaue Schwämme und seltene Seepferdchen. An Land steht Ihnen ein dichtes Netz alter Wege von mehr als 60 Kilometern Länge zur Verfügung, das mit Blick auf das Meer zum Laufen, Trekking und Radfahren genutzt werden kann. Für die Anreise bestehen tägliche Fährverbindungen zwischen Porto Santo Stefano am Argentario und Giglio Porto; die Überfahrt dauert etwas mehr als eine Stunde. Zur weiteren Ortsorientierung können Sie außerdem Cala Spalmatoio einbeziehen. Auf der Insel gehören die Patronatsfeste San Lorenzo in Giglio Castello am 10. August, San Rocco in Giglio Porto am 16. August und San Mamiliano in Campese am 15. September zum Veranstaltungskalender. Sie umfassen Feiern, Umzüge, Feste und Feuerwerk. Auch Musik und Wein gehören zur Inselkultur. Das Festival MusicalGiglio besteht seit mehr als zehn Jahren und widmet sich der klassischen Kammermusik; Aufführungen finden unter anderem an der Rocca Pisana statt. Ansonaco ist die einheimische Rebsorte von Isola del Giglio. Laut der überlieferten Weintradition reichen ihre Ursprünge bis in die griechische und römische Zeit zurück. Die Trauben eignen sich zum Trocknen in der Sonne auf Granitfelsen und werden zu einem süßen Passito-Wein verarbeitet. Das traditionelle Dessert Panficato wird aus Feigen, Pinienkernen, Haselnüssen, Mandeln, Traubenmarmelade, Orangenschale, Zimt und Schokolade zubereitet. Gewöhnlich im September zur Weinlese findet die Festa dell’Uva dell’Isola del Giglio statt, bei der Wein und regionale Speisen in kleinen, alten Kellern im Ort verkostet werden.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Grosseto.
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