San Quirico – Kirchenkunst und Vitozza, die Stadt aus Stein
San Quirico zwischen Kirchenkunst und Archäologie
San Quirico eröffnet einen besonders geschichtsträchtigen Zugang zur Toskana: In der Pfarrkirche Santi Quirico e Giulitta begegnen Ihnen neoklassizistische Architektur und bedeutende Einzelwerke, während das Gebiet von Vitozza bis in die frühe Geschichte des Ortes zurückführt. Dazu kommt eine Radrundfahrt, die der Provinzstraße San Quirico (SP 12) folgt. So lassen sich bei der Reiseplanung sakrale Kunst, Archäologie und eine aktive Perspektive auf die Landschaft miteinander verbinden.Ortsgeschichte von San Quirico
Die Ursprünge von San Quirico stehen mit dem Ende der Höhlensiedlung Vitozza um die Mitte des 15. Jahrhunderts in Verbindung. In dieser Zeit machten die Grafen Orsini das Gebiet zu einem Landgut mit mehreren Höfen. Zu diesem Besitz gehörte ein Turm, der zunächst Verteidigungs- und Kontrollzwecken diente und später in eine landwirtschaftliche Einheit umgewandelt wurde. Die Entwicklung des Ortes lässt sich dadurch nicht nur über einzelne Bauwerke, sondern auch über den Wechsel früherer Funktionen nachvollziehen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde in San Quirico eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kapelle errichtet. Die Pfarrei Santi Quirico e Giulitta entstand zwischen dem 25. Juli und dem 24. Oktober 1785; ihr Gebiet wurde von S. Maria dell’Aquila abgetrennt. Auch der Ortsname verweist vermutlich zurück auf Vitozza: Er soll auf eine der drei Kirchen zurückgehen, die sich in der Antike dort befanden und dem Heiligen Quiricus geweiht waren.Kirchenkunst und Vitozza
Die Pfarrkirche Santi Quirico e Giulitta besitzt ein neoklassizistisches Erscheinungsbild. An ihrer Fassade fällt das Portal aus Travertin auf. Im Inneren befindet sich außerdem eine Terrakotta mit der Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind, die der Robbiana-Schule zugeschrieben wird. Für einen kulturell ausgerichteten Aufenthalt bietet die Kirche damit mehrere konkrete Ansatzpunkte: Architektur, Material und ein zugeschriebenes Kunstwerk gehören zu unterschiedlichen Ebenen desselben Besuchsortes. Vitozza erweitert dieses Bild um eine archäologische Dimension. Die frühesten Nachweise für Vitozza reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die als „Stadt aus Stein“ bezeichnete Stätte bewahrt die Überreste mehrerer Befestigungsanlagen und Kirchen. Vitozza ist mit den Vie Cave verbunden; dieser Zusammenhang besitzt archäologischen, geomorphologischen, naturkundlichen und landschaftlichen Wert. Bei San Quirico gehört das Gebiet von Vitozza zum Archäologischen Park Città del Tufo. Wer sich für historische Siedlungen, Ruinen und die Verbindung von Kultur- und Landschaftsgeschichte interessiert, findet hier einen deutlich anderen Schwerpunkt als in der Pfarrkirche.Festtag und Radrundfahrt
Das Patronatsfest von San Quirico e Giulitta ist für den 16. Juni angegeben. Dieses Datum ergänzt die dauerhaft überlieferten Bau- und Ortsgeschichten um einen festen Bezug im Jahreslauf. Für eine aktivere Erkundung steht die Radrundfahrt „Pitigliano e Sorano: viaggio nella civiltà del tufo“. Sie folgt der Provinzstraße San Quirico (SP 12) und stellt San Quirico in den Zusammenhang einer Route durch die Kultur der Tuffsteinregion. Damit richtet sich San Quirico nicht auf nur eine Art von Toskana-Erlebnis. Der Ort verbindet kirchliche Kunst, die Geschichte der Orsini, die archäologische Stätte Vitozza und eine benannte Fahrradrundfahrt. Weitere Ziele derselben Auswahl: [Sovana](Sovana), [Filetta](Filetta), [Sant'anna](Sant'anna) und [Elmo](Elmo).Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sorano.
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