Montemerano: mittelalterlicher Ortskern und Kunst im Maremma-Hinterland
Montemerano liegt auf einem Hügel im Hinterland der Maremma. Prächtige jahrhundertealte Olivenbäume prägen den Hügel und geben dem Ort einen klaren ländlichen Charakter. Zugleich konzentrieren sich hier mittelalterliche Baugeschichte, sakrale Kunst und besondere Einblicke in die lokale Ortsstruktur. In Montemerano treffen die Hügellandschaft der Maremma und ein mittelalterlicher Ortskern aufeinander.
Ein mittelalterlicher Ortskern mit markanter Form
Der mittelalterliche Ortskern geht auf die Herrschaft der Aldobrandeschi zwischen 1005 und 1010 zurück. Drei Mauerabschnitte schützen Montemerano und verleihen seiner Struktur eine charakteristische Herzform. Diese besondere Form gehört zu den auffälligsten Merkmalen des Ortes und macht die mittelalterliche Befestigung im Stadtbild unmittelbar ablesbar. Die Piazza del Castello öffnet sich hinter einem Torbogen am Ende eines steilen Anstiegs durch Montemerano. Von der Porta del Ponte führt der Weg in die Via Italia, die Hauptstraße des Ortes. Dort liegen alte unterirdische Keller und geschlossene Laubengänge. Wer den Ortskern erkundet, begegnet damit nicht nur einzelnen Sehenswürdigkeiten, sondern auch unterschiedlichen historischen Ebenen: Befestigung, Torbogen, Hauptstraße und verborgene Räume unter den Häusern.Kirchen und Kunstwerke
Die Pfarrkirche San Giorgio am nördlichen Rand des historischen Ortszentrums gilt wegen der zahlreichen und bedeutenden Kunstwerke in ihrem Inneren als erste Pinakothek der Diözese. Für Kunstinteressierte ist sie damit ein besonders wichtiger Anlaufpunkt innerhalb des Ortes. Die Chiesa di San Giorgio ist ein Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert und wurde in der Renaissance erweitert. Eine weitere historische Spur führt zur Pieve di San Lorenzo, der ältesten Kirche Montemaranos. Sie wird in einer Urkunde von 1188 erwähnt und ist heute ein Theater. Auch die Madonna della Gattaiola verbindet Kunstgeschichte mit einem ungewöhnlichen Detail: Das um die Mitte des 15. Jahrhunderts von einem lokalen Künstler geschaffene Gemälde verdankt seinen Namen einem runden Loch an seinem unteren Rand. Die Biblioteca Comunale di Storia dell’Arte ergänzt dieses kulturelle Profil. Sie verfügt über etwa 7.000 Bände zu Kunstgeschichte, Archäologie, Architektur, Illustration, Design und Fotografie. Damit reicht das Spektrum von mittelalterlicher Ortsgeschichte bis zu einer breiten kunst- und bildwissenschaftlichen Sammlung.Ein Fest mit mittelalterlichen Bildern
Die Festa di San Giorgio ist auf den 23. bis 25. April datiert. Mit ihr verbunden sind die Giostra del Drago mit Jugendlichen aus den drei Contraden, eine Prozession in mittelalterlichen Kostümen durch die Gassen des Ortes und die Aufführung „La vera storia di San Giorgio“ als Schattentheater. Diese Bestandteile geben dem historischen Montemerano eine eigene erzählerische und gemeinschaftliche Dimension, ohne dass der Ort auf seine mittelalterliche Vergangenheit reduziert wird. Für die weitere Orientierung in dieser Ortsauswahl können Sie auch Poggio Murella, Saturnia, Marsiliana und Capanne betrachten.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Manciano.
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