Capanne – Dorfgeschichte und Kirchenkunst

Capanne: ländlicher Ort mit eigener Geschichte

Capanne ist ein bescheidenes ländliches Dorf, das früher Capanne di Saturni genannt wurde. Seine Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück: Damals entstand der Ort auf Veranlassung der Republik Siena als bescheidenes landwirtschaftliches Zentrum. Wer eine Toskana-Reise nicht nur über große Kunststädte, sondern auch über kleinere geschichtliche Orte verstehen möchte, findet hier eine besonders konzentrierte Mischung aus Dorfgeschichte, Kirchenkunst und archäologischen Spuren.

Kirchenkunst in Capanne und Poggio Capanne

In Capanne wird die Kirche der Heimsuchung Mariens nach dem Datum auf ihrem Eingangsportal auf 1570 datiert. Zur Ausstattung gehört außerdem ein hölzernes Kruzifix, das mit örtlichen Legenden und Traditionen verbunden ist. Diese beiden Hinweise verleihen dem Kirchengebäude neben seinem überlieferten Baudatum auch eine lokale, religiöse Erinnerungsebene. Auch in Poggio Capanne gibt es bemerkenswerte Bezüge zur Marienverehrung und zur italienischen Malereigeschichte. Die dortige Kirche der Heimsuchung Mariens beherbergt ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert: Es zeigt die thronende Madonna mit dem Kind zwischen dem heiligen Antonius Abbas und dem heiligen Josef. Außerdem befindet sich dort eine verkleinerte Kopie aus dem 17. Jahrhundert von Federico Barroccis Visitationsaltarbild von 1586 aus der Chiesa Nuova in Rom. Das Original von 1586 befindet sich in der Chiesa Nuova in Rom, während Poggio Capanne die verkleinerte Kopie bewahrt. Für Sie entsteht dadurch ein kunsthistorischer Akzent, der über die unmittelbare Dorfgeschichte hinausweist.

Archäologische Spuren rund um Poggio Capanne

In der Nähe von Poggio Capanne wurden mehrere in den Fels gehauene Grotten identifiziert. Ihr Erscheinungsbild und ihre Merkmale ähneln denen der Nekropolen, die mit der Rinaldone-Kultur verbunden werden. Die Grotten sind damit als archäologisch bezeichnete Spuren in der Landschaft überliefert; aus dieser Beschreibung folgt keine Aussage über eine heutige Besichtigungsmöglichkeit. Eine aus der Nekropole bei Poggio Capanne stammende Kupferaxt wird in die erste Phase der frühen Bronzezeit datiert. Zusammen mit den Grotten öffnet dieser Fund einen zeitlichen Horizont, der weit vor der Entstehung des mittelalterlich geprägten Dorfes liegt. Capanne und sein Umfeld lassen sich dadurch nicht nur über Kirchen und Häuser, sondern auch über sehr frühe Zeugnisse menschlicher Geschichte betrachten.

Auffällige Details im Ortsbild

Zum historischen Ortsbild gehören mehrere konkrete Einzelheiten. Das Gebäude links von der Pfarrkirche von Capanne wird traditionell als Gefängnis identifiziert, in dem Personen festgehalten wurden, die von der Gerichtsbarkeit Saturnias belangt worden waren. Ein L-förmig neben der Kirche angeordnetes Gebäude bewahrt an seiner Fassade eine kleine dreieckige Tafel mit der Jahreszahl 1500. Auch Casa Luciani trägt die Jahreszahl 1500 als Gründungsdatum. Das Gebäude beherbergt zudem ein Fresko mit der Darstellung der Madonna mit dem Kind und Heiligen. Wenn Sie weitere Orte für Ihre Toskana-Auswahl prüfen möchten, können Sie auch Montemerano, Poggio Murella, Saturnia und Marsiliana ansehen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Manciano.

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