Piastre entdecken: Eisgeschichte, Kultur und Rundweg

Piastre verbindet toskanische Geschichte mit einer ungewöhnlichen Besonderheit: In Le Piastre lässt sich nachvollziehen, welche Bedeutung die natürliche Eisproduktion in den Pistoia-Bergen einst hatte. Dazu kommen eine traditionsreiche Pfarrkirche, eine markante historische Brunnenanlage, ein Rundweg und ein jährlich wiederkehrendes Fest. Wenn Sie Kultur, Landschaft und regionale Traditionen miteinander verbinden möchten, bietet der Ort damit mehrere klar unterscheidbare Anknüpfungspunkte.

Ein Ort an der transapenninischen Straße

Le Piastre wurde von Großherzog Pietro Leopoldo während des Baus der transapenninischen Straße gegründet. Diese Entstehungsgeschichte verknüpft den Ort mit einer historischen Verkehrsverbindung über den Apennin. Vor Ort lenkt die Fontana Campari den Blick auf ein weiteres Stück Ortsgeschichte: Sie gehört zu den drei erhaltenen Brunnenanlagen einer Serie, die um 1930 geschaffen wurde. Auch Sant'Ilario ist für die historische Einordnung von Piastre bedeutsam. Die Pfarrei wurde 1785 aus einem früheren Oratorium errichtet. Die heutige Kirche Sant'Ilario geht in ihrer Gestaltung auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Damit treffen an einem Ort unterschiedliche Zeitschichten aufeinander: die Gründung während des Straßenbaus, die kirchliche Entwicklung seit dem späten 18. Jahrhundert und die spätere Gestaltung des heutigen Kirchenbaus.

Eisgeschichte am Apennin

Der Itinerario del Ghiaccio zeichnet die Geschichte der natürlichen Eisproduktion in den Pistoia-Bergen von Ende des 18. Jahrhunderts bis zu den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts nach. Für Ihren Besuch ist dabei besonders wichtig, dass dieser thematische Weg in zwei unterschiedlichen Formen begangen werden kann: selbstständig zu Fuß oder mit einer GAE-Umweltwanderführerin beziehungsweise einem GAE-Umweltwanderführer. Sie können die Geschichte also eigenständig erschließen oder eine begleitete Vermittlung wählen. Zu den dokumentierten Stationen gehört die Ghiacciaia della Madonnina. Sie besitzt eine kegelstumpfförmige Gestalt und ein Strohdach. Der Name des Rundwegs La Valle del Ghiaccio beschreibt den thematischen Schwerpunkt ebenfalls präzise. Start und Ziel liegen an der Fontana Campari nahe dem Pass von Le Piastre an der Via Modenese. So lassen sich Brunnenanlage und Rundweg in der Orientierung gemeinsam berücksichtigen, ohne die beiden Sehenswürdigkeiten gleichzusetzen. Das Gebiet von Le Piastre wird in Zusammenarbeit mit dem Ecomuseo della Montagna Pistoiese geschützt. Dieser institutionelle Bezug gehört zum Charakter des Ortes ebenso wie die sichtbaren Zeugnisse seiner Geschichte.

Feste und regionale Traditionen

Le Piastre ist außerdem durch einen ungewöhnlichen jährlichen Termin bekannt: Die italienische Meisterschaft der Lüge, das Campionato Italiano della Bugia, findet jedes Jahr im August statt. Sie gehört damit zu den wiederkehrenden kulturellen Ereignissen des Ortes und setzt einen bewussten Kontrast zur eher historischen Erzählung des Itinerario del Ghiaccio. Bei der traditionellen Sagra della Polenta Dolce in Le Piastre am 30. März 2025 ab 15 Uhr konnten Besucher Polenta dolce, Necci und süße Krapfen aus Kastanienmehl genießen. Für die weitere regionale Orientierung können Sie außerdem Santomato (Santomato), Cireglio (Cireglio), Pontelungo (Pontelungo), Ponte Nuovo (Ponte Nuovo), Sammommè (Sammommè), Bottegone (Bottegone), Sarripoli (Sarripoli) und Piteccio (Piteccio) ansehen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Pistoia.

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