Marti: Etruskische Spuren und mittelalterliche Geschichte
Unterkünfte in Marti
Marti lässt sich über drei Zeitschichten entdecken: eine etruskische Vorgeschichte, eine frühmittelalterliche Siedlung und die mittelalterliche Burg. Die Siedlung entstand im Frühmittelalter auf einem bereits bestehenden etruskischen Siedlungsplatz. Um das Jahr 1000 entstand in Marti eine der bedeutendsten Burgen der pisanischen Familie Upezzighi. 1435 ordnete Florenz an, die Burg abzutragen und zu zerstören. Diese Abfolge gibt einer Erkundung des Ortes einen klaren Schwerpunkt: Archäologische Reste, Bauformen und Funde lassen sich mit konkreten Zeitabschnitten verbinden.
Bastione: die Burganlage im Gelände
Das archäologische Gebiet Bastione liegt auf dem Gipfel, an dem die mittelalterliche Burg von Marti stand. Auf dem Lehrpfad begegnen Ihnen freigelegte Abschnitte der Festungsmauern, Reste antiker Gebäude und eine seltene mittelalterliche Ziegelbrennerei. So stehen Befestigung, ältere Bauspuren und Zeugnisse des Ziegelhandwerks als unterschiedliche Aspekte des Ortes nebeneinander.
Der archäologische Rundgang beginnt an der etruskischen Grabstätte Gina und folgt der antiken Straße am Hang hinauf bis zur Festung. Sein Verlauf verbindet damit einen etruskischen Ausgangspunkt, die alte Hangstraße und die mittelalterliche Burgstelle. Vom Bastione aus bietet das archäologische Gebiet einen Panoramablick über das Valdarno. Wer sich für Geschichte interessiert, kann hier sowohl die konkreten Spuren im Gelände als auch den weiten Blick über das Tal in den Besuch einbeziehen.
Kirchenbau und mittelalterlicher Ortsgrundriss
Einen anderen architektonischen Akzent setzt die Pieve di Santa Maria Novella, die 1332 erbaut wurde. Ihr Äußeres besteht vollständig aus Ziegeln. Blendbogen schmücken die Hauptfassade und die Außenseiten; in die Fassade sind außerdem Keramikschalen aus dem 13. Jahrhundert eingesetzt, die aus pisanischer und hispanischer Herstellung stammen. Blendbogen sind dekorative Bogenformen im Mauerwerk, keine offenen Durchgänge. Ihre Wirkung entsteht durch das Muster auf der Wandfläche. Bei den Keramikschalen kommen Architektur und unterschiedliche Herstellungstraditionen zusammen.
Daneben lohnt ein Blick auf die Gestalt des historischen Zentrums: Marti bewahrt einen gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtgrundriss. Während sich an der Pieve einzelne Fassadendetails betrachten lassen, steht hier die Struktur des Ortskerns im Mittelpunkt. Beide Blickwinkel ergänzen einander, ohne die Baugeschichte auf ein einzelnes Gebäude zu reduzieren.
Funde im Antiquarium di Marti
Das Antiquarium di Marti sammelt und bewahrt Funde aus der Burg von Marti und der näheren Umgebung und zeigt sie in Wechselausstellungen. Die Sammlung umfasst etruskische, mittelalterliche und neuzeitliche Funde. Dazu gehören Keramiken aus dem unteren Valdarno aus der Zeit zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert sowie Ziegel aus einer spätmittelalterlichen Ziegelei, die am Fuß des Bastione ausgegraben wurde.
Damit ergänzt die Sammlung die Spuren, die Sie am archäologischen Rundgang im Gelände sehen können: Mauern und Gebäudereste stehen dort im Vordergrund, im Antiquarium sind es bewegliche Funde und ihre unterschiedlichen Zeitstellungen. Was jeweils in einer Wechselausstellung gezeigt wird, kann sich ändern. Für einen Besuch des Antiquariums empfiehlt es sich deshalb, die Zugangsmöglichkeiten vorab zu prüfen.
Das Dorffest im September
Das historische Dorffest von Marti findet jährlich am dritten Samstag und Sonntag im September statt. Zum Programm gehören ein Kunsthandwerksmarkt in den Gassen des Ortes und das traditionelle Spiel tiro del panforte. Markt und Spiel geben dem Fest zwei verschiedene Anknüpfungspunkte: Sie können Handwerk in den Gassen entdecken oder sich für die örtliche Spieltradition interessieren. Einzelne Aktivitäten können variieren. Wenn Sie Ihre Reise gezielt auf das Fest ausrichten möchten, prüfen Sie vorab den konkreten Termin und das jeweilige Programm.
Marti bietet damit mehrere konkrete Zugänge zu seiner Geschichte: den Rundgang zwischen Grabstätte und Burgstelle, die Architektur der Pieve, den mittelalterlichen Grundriss des Zentrums und die Funde des Antiquariums. Das Dorffest ergänzt diese historischen Themen um einen jährlich wiederkehrenden Anlass im September.
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