Boccheggiano – Bergbaugeschichte, Le Roste und mittelalterlicher Ortskern
Boccheggiano verbindet eine ungewöhnlich anschauliche Bergbaugeschichte mit mittelalterlichen Spuren, roten Badlands am Fluss Merse und einer bis heute gepflegten Kastanientradition. Für Sie entsteht damit ein Reiseziel, dessen Charakter nicht aus einem einzigen Höhepunkt besteht, sondern aus mehreren eng unterscheidbaren Themen: historische Ortsbilder, Geologie, regionale Handwerkstraditionen und Landschaftsblick.
Bergbaugeschichte und Le Roste
Zur Bergbaugeschichte von Boccheggiano gehört die Gewinnung von Pyrit, die nach der Aufgabe des Kupferbergbaus begann. Die Miniera di Campiano war eine der Pyritminen in Boccheggiano und wurde 1994 geschlossen. Diese Abfolge macht den Wandel der örtlichen Rohstoffgewinnung konkret, ohne die unterschiedlichen Phasen des Bergbaus miteinander zu vermischen. Ein besonders eigenständiger Ort ist Le Roste. Dabei handelt es sich um einen Geosit, der durch die relativ junge Verarbeitung minderwertigen Kupfererzes mit weniger als 4 % Kupfersulfaten entstanden ist. Die roten Badlands von Le Roste sind am Fluss Merse nahe der Brücke zwischen Montieri und Boccheggiano zu sehen. Für Ihre Orientierung ist jedoch entscheidend: Der Zugang zu Le Roste ist verboten. Der Ort kann nur im Rahmen einer vom Comune di Montieri in Zusammenarbeit mit dem Parco delle Colline Metallifere organisierten Führung betreten werden. Sichtbarkeit in der Landschaft und erlaubter Zugang sind hier daher zwei verschiedene Dinge.Mittelalterliche Spuren im Ortskern
Der historische Ortskern von Boccheggiano weist mittelalterliche Gassen sowie die Überreste einer antiken Burg und von Verteidigungsmauern auf. Von den historischen Befestigungsanlagen sind die Überreste von zwei Türmen noch sichtbar. Auch die Porta della Torricella gehört zu den historischen Stadttoren von Boccheggiano und ist noch sichtbar. Wer sich für Ortsgeschichte interessiert, findet hier mehrere einzelne Zeugnisse, die sich nicht zu einer beliebigen mittelalterlichen Kulisse verallgemeinern lassen. Zur kulturellen Orientierung gehört außerdem die Chiesa di San Sebastiano. Der ursprüngliche Bau stammt aus dem 14. Jahrhundert. An der Fassade bewahrt das Travertinportal das Wappen der Salimbeni. Im Inneren befindet sich eine barocke Marmorstatue des heiligen Sebastian, die 1650 von dem florentinischen Bildhauer Bartolomeo Cennini geschaffen wurde. Die Jahreszahl, das Material und die Zuschreibung geben diesem Kirchenbau eine klar bestimmbare kunsthistorische Besonderheit.Kastanien, Landschaft und historische Wege
Auch die Kastanie gehört zum lokalen Charakter. Kastanienmehl wird für Kuchen, Kekse, Brot, Liköre und weitere Produkte verwendet. In der Umgebung von Boccheggiano wird die traditionelle Trocknung von Kastanien in alten sogenannten „seccatoi“ weiterhin praktiziert. Traditionelle Kastanientrockenschuppen sind zweigeschossige, quadratische oder rechteckige Gebäude aus lokalem Stein oder Ziegeln. Im unteren Geschoss wird der Trockenprozess durch ein Feuer beheizt. So lässt sich die regionale Verwendung der Kastanie mit einer konkreten baulichen Tradition verbinden. Von Boccheggiano aus bietet sich ein Blick auf die Colline Metallifere und die umliegenden Wälder. Einen weiteren historischen Bezug hatte die Initiative Asd Wild Trail, die in Boccheggiano entstand, um Mountainbike-Ausflüge auf Wegen zu fördern, die einst von Bergleuten genutzt wurden. Der Bezug zu diesen Wegen ist historisch zu verstehen und beschreibt keine aktuelle Verfügbarkeit eines Angebots. Für die weitere Orientierung innerhalb derselben Zielauswahl finden Sie außerdem Travale und Gerfalco.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Montieri.
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