Die Insel Pianosa nimmt seit Jahrhunderten eine Sonderstellung im toskanischen Archipel ein. Schon zu römischen Zeiten wurden Gefangene und unliebsame Gegner auf die nur 20 km² große Insel verbannt. Später wurde auf Pianosa ein Hochsicherheitsgefängnis errichtet, das bis 1998 bestand. Heute wird die Insel noch von rund 20 Gefangenen bewohnt, die sich um die Anlagen kümmern.
Die Insel kann nur auf geführten Touren besichtigt werden, die vom Badeort Marina del Campo auf Elba starten. Eine Übernachtung auf Pianosa ist nicht erlaubt, aber Urlauber finden sehr schöne Unterkünfte auf Elba. Im quirligen Badeort Marina del Campo werden Zimmer in Hotels, Ferienhäuser und auch einfache Unterkünfte angeboten.
Die Ausflugsboote legen im kleinen Hafen von Pianosa an und werden von Stille und der seltsamen Atmosphäre empfangen, die von den weißen Felsformationen, den alten Gebäuden und einer zauberhaften, unberührten Landschaft ausgeht. Die ebene Struktur der Insel, die fast ausschließlich aus Sedimentgestein besteht, lässt einen weiten Rundblick zu.
Direkt am Hafen erhebt sich ein napoleonisches Fort, das einst als Schutz für das kleine, angrenzende Dorf diente, in dem das Gefängnispersonal lebte.
In der wunderschönen Bucht Cala Giovanna finden die Besucher die Überreste des Palastes des Agrippa. Die zugehörigen Bäder wurden restauriert. In steinzeitlichen Höhlen fanden Forscher sehr viele Fossilien und Relikte. Die Cala Giovanna ist der einzige Ort auf Pianosa, an dem gebadet werden darf.
An der nördlichen Spitze der Insel, dem „Punta del Marchese“ befinden sich neben bizarren, außergewöhnlichen Felsformationen auch Überreste von römischen Bauten.
Sehr bedeutend sind die Katakomben, die im 3. und 4. Jahrhundert vor Christi von Sklaven gegraben wurden. In ihnen wurden seltene Mosaiken gefunden.
Die Landschaft der Insel wird von einer faszinierenden Pflanzen- und Tierwelt geprägt, die sich in Abgeschiedenheit vom Massentourismus ungestört entwickeln konnte. Als einzigartiger geschichtlicher Ort und Naturraum, wird Pianosa streng geschützt. Im Umkreis von einer Seemeile ist das Fischen, Ankern oder Tauchen nicht erlaubt.
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